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Heibel-Ticker Hintergrund-Wissen: Lockup-Periode als Ursache für IPO-Kater
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 09:21 - 07.11.2019
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In meinem Heibel-Ticker gebe ich immer wieder Blicke hinter die Kulissen der Finanzwelt. Mir ist wichtig, dass meine Leser die Finanzwelt verstehen und so fundiert erfolgreiche Entscheidungen treffen können.

Prominente IPOs vom Anfang diesen Jahres sind auf ihr IPO-Niveau zurückgekommen. Grund dafür sind Altaktionäre und die Lockup-Periode. Nachfolgend gebe ich dazu die Erklärung aus meiner aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe 44 (Kapitel 2 "IPO-Kater" unter https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1677):

Zitat:
"Im Frühjahr gab es eine Reihe von Börsengängen in den USA: Uber, Pinterest, Zoom Video und Beyond Meat waren die prominentesten Unternehmen, die ihre Aktien in den Markt gaben. Alle vier Aktien haben eine saubere Flugbahn beschrieben, wie sie bei den Hammerwerfern zu bewundern ist. Bei Uber und Pinterest ist sogar schon der Aufschlag mit entsprechendem Krater zu sehen. Soll heißen: die Aktien starteten mit großem Plus, stiegen dann bis in den Sommer hinein unaufhaltsam immer höher, um in den vergangenen drei Monaten der Erdanziehungskraft zu erliegen und wieder auf das IPO-Niveau zurückgeholt zu werden. Roundtrip.

Katerstimmung macht sich bei den Anlegern breit, die noch investiert sind. Viele davon wurden erst in den vergangenen Wochen geködert. Hintergrund ist die Lockup-Periode: Beim Börsengang wird individuell festgelegt, wie lange sich die Altaktionäre verpflichten, ihre eigenen Aktien nicht weiter in den Markt zu geben. Meistens wird hier eine Frist von sechs Monaten vereinbart. In dieser Zeit müssen die institutionellen Anleger, die eine Position in den entsprechenden Unternehmen aufbauen wollen, ihre Positionsgröße durch kurstreibende Käufe auf die gewünschte Größe bringen. Da noch nicht so wirklich viele Aktien im Umlauf sind, streiten sich also viele institutionelle Anleger um die wenigen verfügbaren Aktien, die Kurse schießen in die Höhe.

Je näher wir nun dem Ende der 6-Monatsfrist kommen, desto mehr institutionelle Anleger halten sich nun zurück und warten auf das frische Angebot, das in diesen Tagen zu erwarten ist. Jetzt, wo die Altaktionäre ungezügelt Kasse machen können, gibt es die Möglichkeit, die gewünschte Positionsgröße zu erwerben, ohne dadurch den Kurs zu treiben. Im Gegenteil, die meisten institutionellen Anleger, die dieses Spielchen noch nicht kennen, haben inzwischen ihre gewünschte Positionsgröße. Nun kehrt sich das Verhältnis um: Es werden mehr Aktien angeboten als nachgefragt. Also fallen die Kurse.

An diesem Beispiel können Sie sehr schön sehen, dass Angebot und Nachfrage an der Börse die Kurse bestimmen. Das hat kurzfristig überhaupt nichts mit dem Bewertungsniveau eines Unternehmens zu tun. Überhaupt nichts. Und daher gibt es in dieser Phase schöne Schnäppchen."


Einen weiteren Blick hinter die Kulissen gebe ich in meinem Beitrag über die Rule 40 - eine Faustregel von Hedgefonds zur Bewertung von Cloud-Unternehmen: http://www.heibel-unplugged.de/2713...ud-unternehmen/

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