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Klettert der Rohölpreis bald wieder auf 100 US-Dollar?
Geschrieben von Redaktion
Veröffentlicht: 13:32 - 28.05.2018
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(Quelle: Pixabay)

Die florierende Weltwirtschaft sowie die unsichere politische Lage im Nahen Osten befeuern den Erdölpreis derart, dass dieser gerade die Marke von 80 US-Dollar übersprang. Damit zeigt die Preisentwicklung weiter steil nach oben. Nach seinem absoluten Tief im November 2015, als ein Barrel Brent-Öl für unter 30 US-Dollar zu haben war, befindet sich der Rohstoff seitdem fast kontinuierlich Aufwind. Eine Ausnahme bildet eine Delle im letzten Jahr, als der Preis vor 12 Monaten auf 45 US-Dollar gedrückt wurde. Doch seitdem ist das Wachstum sogar noch angestiegen, sodass wir heute bei den erwähnten 80 US-Dollar sind. Es ist folglich nicht mehr weit bis zu einer Verdopplung des Werts binnen eines Jahres und viele fragen sich, wann Preise von 90 US-Dollar überschritten oder gar die magische 100-US-Dollar-Marke geknackt wird. Das war letztmals Mitte 2014 der Fall; kurz bevor sich die Preise innerhalb weniger Monate halbierten.

Auch privaten Anlegern bieten sich inzwischen gute Chancen, auf weiter steigende Preise zu setzen. Im Gegensatz zu früher ist es heutzutage sehr viel einfacher, Rohstoffe zu handeln. Bei einem Anbieter wie Weiss Finance können sie neben Aktien, Anleihen oder Devisen auch in Erdöl und Co. investieren. Mit nur wenigen Klicks können dank schneller Internetverbindungen Kontrakte in Echtzeit zugekauft oder abgestoßen werden, wofür früher umständlich Faxe geschickt oder zumindest Telefonate geführt werden mussten. Auf diese Weise können private Anleger am Big Business ums Erdöl mitmischen. Es kann sich lohnen, denn ein Ende der Entwicklung scheint derzeit nicht abzusehen zu sein.



Iran und Venezuela fallen zumindest teilweise aus

Die Gründe für den jüngsten Anstieg sind vielfältig. Zum einen wirken sich die drohenden Iran-Sanktionen auf den Kurs des Rohöls aus. Der Ausfall des Landes, einem der größten Erdölproduzenten weltweit, würde gravierende Auswirkungen auf das Preisgefüge haben. Daneben drohen weitere Engpässe aus Venezuela, wo aufgrund der maroden Infrastruktur immer weniger gefördert wird. Da dort jahrelang nicht investiert wurde, entstand das Paradox, dass der Staat mit den weltgrößten Ölvorkommen viel weniger produzieren und verkaufen kann, als beabsichtigt. In dem südamerikanischen Land hat dies in Verbindung mit Korruption und Misswirtschaft dazu geführt, dass der Staat so gut wie pleite ist. Kein Wunder, dass Erdölhändler mit großer Skepsis auf die zumindest mittelfristige Entwicklung in Venezuela blicken.



Gedrosselte Ölproduktion in OPEC-Staaten

Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten steigern die OPEC-Mitglieder ihre Produktion nicht entsprechend, was zu wachsenden Preisen führt. Bisher konnten sich die Nachfrager aus den Industriestaaten zum Teil damit behelfen, dass sie ihren Bedarf aus den riesigen Tanklagern deckten. Da diese Ölvorräte jedoch erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter den Fünf-Jahres-Durchschnitt sanken, werden auch diese Reserven langsam knapp. Aus den sinkenden Vorräten und der gedrosselten Produktion auf der einen, und der steigenden Nachfrage auf der anderen Seite ergibt sich somit unmittelbar ein Nachfrageüberhang, der in den steil anziehenden Preisen resultiert.

Da vorerst keine Änderung dieser Situation abzusehen ist, darf damit gerechnet werden, dass die Ölkurse weiter steigen. Wenn Analysten bereits von Preisen jenseits der 100 US-Dollar sprechen, ist das somit schon lange keine Utopie mehr. Etwas Hoffnung auf eine Beruhigung könnten allenfalls die sprunghaft angestiegenen Produktionsmengen in den USA machen, die die Nachfrage zumindest innerhalb der Vereinigten Staaten größtenteils decken dürfte. Die gestiegenen Preise lassen das vergleichsweise teure Fracking wieder attraktiver werden, weshalb viele der zuletzt stillgelegten Förderanlagen wieder hochgefahren werden. Zudem machen es die reduzierten Umweltauflagen der US-Regierung Produzenten wieder leichter, neue Felder zu erschließen. Inwieweit dies ausreichen wird, um einen Anstieg der Ölpreise dauerhaft zu verhindern, dürfte jedoch umstritten sein. Verbraucher sollten sich deshalb darauf einstellen, dass die Zeiten billigen Öls vorerst vorbei sind.




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